Was geschieht mit einem Embryo im IVF-Labor?

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Für viele Patientinnen und Patienten ist das IVF-Labor der geheimnisvollste Teil des gesamten Behandlungsprozesses.

Was genau geschieht nach der Eizellentnahme mit den Eizellen? Wie entstehen Embryonen? Woran erkennen Embryologinnen und Embryologen, welcher Embryo das größte Entwicklungspotenzial besitzt? Und was bedeutet eigentlich der Begriff „Blastozyste“?

Um diese Fragen zu beantworten, gibt Ihnen Andrea Nesvadbová, Leiterin des Embryologielabors der Unica Clinic Brünn, einen Einblick hinter die Kulissen eines der wichtigsten Bereiche der IVF-Behandlung.

🎥 Sehen Sie sich das vollständige Video unten an und erfahren Sie, wie sich Embryonen in unserem Labor entwickeln.

Jede IVF-Behandlung beginnt mit einer einzigen Eizelle

Die Arbeit im Labor beginnt am Tag der Eizellentnahme.

Nach der Entnahme werden die Eizellen in spezielle Inkubatoren überführt, welche die Bedingungen im weiblichen Fortpflanzungssystem so genau wie möglich nachbilden.

„Der Inkubator ersetzt das Fortpflanzungssystem der Frau. Er schafft die Umgebung, die Embryonen benötigen, um sich während der ersten Lebenstage zu entwickeln“, erklärt Andrea Nesvadbová.

Vor der Befruchtung untersuchen die Embryologinnen und Embryologen jede entnommene Eizelle sorgfältig.

Nicht jede entnommene Eizelle ist für die Befruchtung bereit

Durch die hormonelle Stimulation können während eines Zyklus mehrere Eizellen heranreifen. Dennoch ist nicht jede entnommene Eizelle vollständig ausgereift.

Die erste Aufgabe der Embryologinnen und Embryologen besteht darin, die umgebenden Kumuluszellen vorsichtig zu entfernen. Erst danach lässt sich feststellen, ob die Eizelle ein Reifestadium erreicht hat, in dem eine Befruchtung möglich ist.

„Nach dem Entfernen der umgebenden Zellen können wir feststellen, ob die Eizelle reif und für die Befruchtung bereit ist“, erklärt Andrea.

Nur reife Eizellen gelangen in die nächste Behandlungsphase.

Wie erfolgt die Befruchtung im Labor?

Anders als bei einer natürlichen Empfängnis, bei der ein Spermium die Eizelle im Eileiter befruchtet, können Embryologinnen und Embryologen bei einer IVF-Behandlung gezielt ein einzelnes Spermium mit besonders guter Beweglichkeit und geeignetem Erscheinungsbild auswählen.

Dieses Spermium wird anschließend mithilfe einer hochpräzisen Methode, der sogenannten ICSI – intrazytoplasmatischen Spermieninjektion –, direkt in die reife Eizelle injiziert.

Vor der Befruchtung werden die Spermien im Labor mithilfe moderner Auswahlverfahren speziell aufbereitet. Dadurch können die Embryologinnen und Embryologen die gesündesten und beweglichsten verfügbaren Spermien isolieren.

Der erste wichtige Meilenstein: Hat eine Befruchtung stattgefunden?

Etwa 17 Stunden später erfolgt die erste Kontrolle.

Dabei suchen die Embryologinnen und Embryologen nach zwei Vorkernen – einem von der Eizelle und einem vom Spermium. Ihr Vorhandensein bestätigt, dass die Befruchtung erfolgreich stattgefunden hat.

„Das Vorhandensein von zwei Vorkernen zeigt uns, dass eine Befruchtung erfolgt ist“, sagt Andrea.

Die Entwicklung eines Embryos beobachten

Während der folgenden fünf bis sechs Tage teilt sich der Embryo kontinuierlich weiter.

Von zwei Zellen …

… zu vier …

… zu acht …

… bis er das Blastozystenstadium erreicht und aus etwa 70 bis 250 Zellen besteht.

In der Unica Clinic werden Embryonen in der Regel bis zum fünften oder sechsten Entwicklungstag kultiviert. Dadurch erhalten die Embryologinnen und Embryologen deutlich mehr Informationen über ihr Entwicklungspotenzial.

„Wir empfehlen, Embryonen bis zum Blastozystenstadium zu kultivieren, da wir ihre Entwicklung dann besser beurteilen können“, erklärt Andrea.

Eine Blastozyste ist ein Entwicklungsstadium, in dem der Embryo bereits aus zwei klar voneinander unterscheidbaren Zellgruppen besteht.

Eine dieser Zellgruppen, das sogenannte Trophektoderm, entwickelt sich später zur Plazenta.

Die zweite Gruppe, die innere Zellmasse, entwickelt sich schließlich zum Kind.

Beide Strukturen werden sorgfältig beurteilt, bevor die Embryologinnen und Embryologen einen Embryo für den Transfer oder das Einfrieren empfehlen.

Wie beurteilen Embryologinnen und Embryologen die Qualität eines Embryos?

Sobald ein Embryo das Blastozystenstadium erreicht hat, wird er anhand eines international anerkannten Bewertungssystems beurteilt.

Die Embryonen erhalten Einstufungen wie AA, AB, BA oder BB. Diese richten sich nach dem Erscheinungsbild der inneren Zellmasse und des Trophektoderms.

Embryonen mit der Einstufung AA gelten im Allgemeinen als diejenigen mit dem höchsten Entwicklungspotenzial.

Andrea weist jedoch auf eine wichtige Tatsache hin, die vielen Patientinnen und Patienten nicht bewusst ist:

„Auch der schönste Embryo ist keine Garantie für eine Schwangerschaft.“

Warum? Weil das äußere Erscheinungsbild eines Embryos nur einen Teil seiner Eigenschaften erkennen lässt.

Warum kann selbst ein perfekt aussehender Embryo erfolglos bleiben?

Unter dem Mikroskop können Embryologinnen und Embryologen beurteilen, wie sich ein Embryo entwickelt und ob er das Blastozystenstadium erreicht.

Was sie jedoch nicht erkennen können, sind seine Chromosomen.

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass viele Eizellen von Natur aus chromosomale Abweichungen aufweisen, insbesondere mit zunehmendem Alter der Frau. Das bedeutet, dass ein Embryo morphologisch hervorragend aussehen und dennoch genetische Veränderungen aufweisen kann, die eine Einnistung verhindern oder zu einer frühen Fehlgeburt führen.

„Die Morphologie zeigt uns, wie sich ein Embryo entwickelt. Sie kann uns jedoch nicht sagen, ob seine Chromosomen unauffällig sind“, erklärt Andrea.

Hinter jedem Embryo steht ein engagiertes Team

Jeder Embryo ist einzigartig.

Hinter jedem einzelnen steht ein Team erfahrener Embryologinnen und Embryologen, das während seiner Entwicklung Hunderte präziser Entscheidungen trifft – von der Auswahl reifer Eizellen und geeigneter Spermien über die Beurteilung der Embryonenqualität bis hin zur Bestimmung des besten Zeitpunkts für den Transfer.

In der Unica Clinic geht moderne Labortechnologie stets Hand in Hand mit der Erfahrung, dem Fachwissen und der sorgfältigen Beurteilung durch unsere Embryologinnen und Embryologen.

Wenn Sie mehr über unser IVF-Labor erfahren oder Ihre Behandlungsmöglichkeiten besprechen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Wir beantworten Ihre Fragen und unterstützen Sie auf Ihrem nächsten Schritt auf dem Weg zur Elternschaft.

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